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Die Pacelli-Edition

Über den Autor

Thomas Vitzthum ist Student an der Universität Regensburg. Er studiert im Master Geschichtswissenschaft.

Dieser Eintrag entstand als Arbeitsauftrag in der Übung Hands-on History: Historische Schriftquellen im digitalen Zeitalter im Sommersemester 2020 an der Universität Regensburg.

DIGITALE EDITION DER NUNTIATURBERICHTE EUGENIO PACELLIS

EINE ZEIT VOLLER KRISEN

Die Jahre 1917 bis 1929 waren eine Zeit voller Krisen für das Deutsche Reich. In diesen Zeitabschnitt fallen die Niederlage des Ersten Weltkriegs 1918, die Besetzung des Rheinlandes durch die Siegermächte, die Hyperinflation 1923, der Hitler-Ludendorff-Putsch vom selben Jahr und die Weltwirtschaftskrise 1929 – um nur die wichtigsten zu nennen (Scheuch, 2010, S. 115 ff.).

Genau in dieser ereignisreichen Zeit war Eugenio Pacelli (der spätere Papst Pius XII.) päpstlicher Nuntius in München (1917-1924) und Berlin (1920-1929). Seine Berichte nach Rom bieten spannende Einblicke in die Verhältnisse im Deutschland der damaligen Zeit. Erstmals wurde es 2003 und 2006 durch die Öffnung der Akten aus der Zeit Papst Pius XI. (reg. 1922-1939) möglich, diese Quellen zu edieren und so der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Sie stellen – so die Projekthomepage – „das wichtigste zusammenhängende Quellenkorpus zum deutschen Katholizismus in der Weimarer Zeit“ dar. Die Abb. links zeigt Pacelli als päpstlichen Nuntius 1922 in Bayern. (Quelle: Wikipedia)

DER QUELLENBESTAND

Der Großteil der edierten Archivalien (14.835) lagert in verschiedenen Beständen im Vatikanischen Apostolischen Archiv (Archivio Apostolico Vaticano, AAV). Hier befinden sich heute auch die Unterlagen der Nuntiaturen München und Berlin. Auf dem zweiten Platz liegt das Archivio Storico der Sezione per i Rapporti con gli Stati der Segreteria di Stato (S.RR.SS.) mit 3.635 Einheiten. Aus vier weiteren apostolischen Archiven stammen jeweils eine Anzahl von Quellen im zweistelligen Bereich.

Abbildung 3: Ein Raum des Vatikanischen Apostolischen Archivs (vormals Vatikanisches Geheimarchiv)

Es handelt sich bei den Quellen um die Berichte Pacellis nach Rom – und zwar meist sowohl in der Original-Ausfertigung als auch im Entwurf – sowie um die Weisungen der unterschiedlichen kurialen Behörden aus Rom an ihn mitsamt Anlagen. Bei der Quellengattung handelt es sich um Briefe und (manchmal verschlüsselte) Telegramme. Wie oben bemerkt umfassen diese den Zeitraum von 1917 bis 1929. Die Nuntiaturberichte sind auf Italienisch, die Weisungen auf Italienisch und teilweise Latein verfasst. Die Online-Edition fügt den fremdsprachigen Texten jedoch deutsche Regesten bei. Als Beispiel eines Nuntiaturberichts ist hier derjenige vom 9. November 1923 abgebildet, in dem Pacelli über den Hitler-Putsch berichtet.

Abbildung 4: Bericht Pacellis vom 9. November 1923 (Kopf und Regest)

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HISTORISCHER KONTEXT

Das päpstliche Gesandtschaftswesen entwickelte sich im Laufe der Frühen
Neuzeit. „Nuntius“ ist das lateinische Wort für „Botschafter“ (Sleumer, 2015, S. 555). Die Münchener Nuntiatur wurde 1785 geschaffen, war jedoch von 1800 bis 1818 vorübergehend unbesetzt. Danach war sie de jure nur für das
Königreich Bayern zuständig, entwickelte sich de facto aber im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einer Art „Reichsnuntiatur“. Gerade unter dem Nuntius
Eugenio Pacelli war die Nuntiatur in München von hoher Bedeutung für die
Europa- und Weltpolitik des Vatikan. Pacelli, 1876 in Rom geboren, wurde 1899 zum Priester geweiht. Die Promotion zum Dr. theol. sowie Dr. iur. can. folgten. Nach einer ansehnlichen Karriere im Dienste des Vatikan wurde er 1917 von Papst Benedikt XV. zum Nuntius in München ernannt. Nachdem 1920 eine neue Nuntiatur in Berlin geschaffen worden war, übernahm Pacelli die Stelle des dortigen Nuntius in Personalunion. Ein Konkordat zwischen dem bayerischen Staat und dem Papst setzte Pacellis Wirken in München 1924/25 ein Ende. Als der Heilige Stuhl auch mit Preußen ein Konkordat schloss, wurde Pacelli 1929 aus Berlin abberufen und zum Kardinal ernannt. Er wurde schließlich 1939 als Pius XII. Papst und aufgrund seines „Schweigens“ zum Holocaust eine der berühmtesten Personen des 20. Jahrhunderts.

DER ERSCHLIEßUNGSPROZESS

Initiiert wurde das Vorhaben von Prof. Dr. Dr. h. c. Hubert Wolf vom Seminar für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Professor Wolf finanzierte Vorarbeiten zum Projekt selbst und trägt die wissenschaftliche Leitung. Der Großteil der Quellen des Projektes lagern – wie oben dargelegt – im Archivio Apostolico Vaticano (AAV; deutsch: Vatikanisches Apostolisches Archiv), dessen Präfekt Sergio Pagano das Digitalisierungsvorhaben unterstützt. Das Deutsche Historische Institut Rom (DHIR) stellt die technische Infrastruktur zur Verfügung und betreut die Webseite des Projektes. Die Finanzierung des Vorhabens trug vom 1. Januar 2008 bis zum 31. Dezember 2019 die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Als Nuntiaturberichte in die Edition aufgenommen wurden alle Schreiben der Münchener und Berliner Nuntiatur an den Kardinalstaatssekretär bzw. das Kardinalstaatsekretariat, andere Kuriale im Staatssekretariat und andere römische Kongregationen. Außerdem wurden Schreiben aus den Beständen „Oboli“ (Spenden), „Messe“ und „Prigioneri“ (Kriegs- und Zivilgefangene) ediert, wenn sie einen politischen Inhalt aufwiesen. Zuletzt wurden auch persönliche Schreiben Pacellis nach Rom sowie Berichte, die der Nuntius aus der Schweiz absandte, in die Edition aufgenommen. Die Ausfertigungen der Berichte wurden händisch transkribiert und mit Kommentaren sowie Regesten versehen. Die Entwürfe hingegen wurden im Layermodell transkribiert (Jahrgänge 1917-1919) bzw. nur dann transkribiert, wenn sie inhaltliche Abweichungen zur Ausfertigung enthalten, die Ausfertigung als verschlüsseltes Telegramm versendet wurde oder die Ausfertigung nicht vorliegt (Jahrgänge ab 1920). Das Layermodell ermöglicht es hierbei, die Entwicklung des Textes vom ersten Entwurf bis zur Ausfertigung zu verfolgen. Auch die verschiedenen Hände, von denen die Änderungen stammen, werden dabei unterschieden. Sofortkorrekturen des Verfassers werden mit Einblendungen, spätere Überarbeitungen mit einem Schichtenmodell deutlich gemacht. Von den aus Rom kommenden Weisungen wurden nur die Ausfertigungen (Nuntiaturarchive München und Berlin) ediert und lediglich bei deren Fehlen der in Rom lagernde Entwurf herangezogen. Die Quellen wurden fortschreitend nach Jahrgängen auf die Internetseite des Projekts gestellt.

Durch die Nutzung von XML soll gewährleistet werden, dass die Texte für weitere Bearbeitungen und Analysen zukünftig in einem standardisierten Format zur Verfügung stehen. Für die Pacelli-Edition wurde das Softwaresystem DENQ („Digitale Editionen Neuzeitlicher Quellen“) verwendet. DENQ wurde 2005 von HistorikerInnen (Deutsche Historische Institute Rom und London) für HistorikerInnen entwickelt und verlangt vom Benutzer/der Benutzerin nur geringe technische Kenntnisse.

Abbildung 6: Funktionsweise von DENQ

Es ist möglich, Textstellen zu annotieren (auszeichnen) und mit Biographien oder Sachdaten zu verknüpfen.Außer für die Pacelli-Edition wurde DENQ auch für die Edition der britischen Gesandtenberichte aus Deutschland aus der Zeit von 1816 bis 1850 wie auch der Berichte des Nuntius Cesare Orsenigo aus Deutschland (1930-1939) benutzt (Hörnschemeyer, 2009).

ZIEL DES PROJEKTS

Die Quellentexte können für eine große Bandbreite von interessanten Fragestellungen herangezogen werden. Pacelli berichtet nicht nur über die katholische Kirche im Deutschen Reich, sondern auch über Politik, Gesellschaft, Kultur und Alltagsleben. Auch über Osteuropa, vor allem die Sowjetunion, wusste Pacelli einiges zu melden. Darüberhinaus liefern die Berichte des Nuntius Einblicke in seine Biographie, Arbeitsweise und Denkstrukturen sowie seinen Charakter. Zuletzt kann man den Quellen (vor allem den Weisungen aus Rom) Informationen über Entscheidungsfindung im damaligen Vatikan entnehmen. Innerhalb des Projekts sind verschiedene Arten des Information Retrieval verankert. Darunter versteht man die Möglichkeit, „relevante Informationen in Datenquellen zu finden“ (Klinke, 2017, S. 268). Die Quellentexte sind nach Archiven, Themen und Chronologie einsehbar. Außerdem wurden thematische Schlagworte kreiert (siehe Verzeichnis), über die man einschlägige Textstellen finden kann. Zudem kann man die Dokumente, Kurzbiografien (zu deren Erstellung wurden neben Literatur auch die Normdateien GND und VIAF herangezogen) und die Liste der Schlagwörter nach Begriffen durchsuchen. Zuletzt sieht man bei den Kurzbiographien, in welchen und wie vielen Dokumenten diese verlinkt sind. So wird in (nur) sieben Quellentexten auf die Kurzbiographie Adolf Hitlers verwiesen.

Startseite der Pacelli Edition

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Screenshot der Homepage der Pacelli Edition

BISHERIGE ERGEBNISSE

Basierend auf den edierten Quellen der Pacelli-Edition konnte eine große Anzahl von Publikationen, aber auch Vorträgen und Präsentationen sowie Berichten und Interviews getätigt werden. Diese sind komplett auf der Webseite des Projektes aufgelistet. Beispielsweise veröffentlichten Sascha Hinkel, Elisabeth-Marie Richter und Hubert Wolf einen Artikel zum Thema „Die Korrespondenz zwischen Nuntius Pacelli und Staatssekretär Gasparri zur Friedensinitiative Benedikts XV.“ in einem Sammelband zur Friedensnote Papst Benedikts XV. vom Jahr 1917, der 2019 erschien. Von besonderem Interesse für die Arbeitsweise der Editoren und den Erschließungsprozess sind die „Standards der kritischen Online-Editionen der Nuntiaturberichte Pacellis und der Tagebücher Faulhabers“, welche 2017 als Artikel in der Konferenzschrift „Digitales Edieren im 21. Jahrhundert“ erschienen sind. Als Beispiel für einen Vortrag sei „Ein Römer in Deutschland. Zur Wiederauferstehung der Nuntiaturberichtsforschung durch digitale Editionen“ von Sascha Hinkel erwähnt, den dieser bei einem Kolloquium zur Landesgeschichte in Mainz (18./19.10.2018) hielt. Und schließlich möge als Beispiel für ein Interview ein Gespräch von Hubert Wolf für die Zeitschrift Kirche+Leben (27.07.2014) über „Giftgas im ‚Gerechten Krieg‘“ dienen.

LINKS

Seminar für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte (Universität Münster): https://www.uni-muenster.de/FB2/mnkg/

Deutsches Historisches Institut Rom (DHIR): http://www.dhi-roma.it/

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG): https://www.dfg.de/

Archivio Apostolico Vaticano (AAV): http://www.archivioapostolicovaticano.va/content/aav/it.html

Segreteria di Stato, Sezione per i Rapporti con gli Stati, Archivio Storico (S.RR.SS.): http://www.vatican.va/roman_curia/secretariat_state/sezione-rapporti-stati/archivio-storico/index_it.htm

Projekthomepage: http://www.pacelli-edition.de/index.html

LITERATUR

Soweit nichts anderes angegeben ist, entstammen die Informationen in diesem Beitrag der Webseite zum Projekt. Die Startseite ist unter der URL http://www.pacelli-edition.de/index.html aufrufbar.

Hörnschemeyer, J. (2009). DENQ. In M. Matheus & H. Wolf (Hrsg.), Bleibt im Vatikanischen Geheimarchiv vieles zu geheim?: Historische Grundlagenforschung in Mittelalter und Neuzeit (S. 13-18), einsehbar unter: http://www.romana-repertoria.net/fileadmin/user_upload/pdf-dateien/Online-Publikationen/Dresden_Histtag/Hist_Grundlagenforschung_Mittelalter_Neuzeit.pdf (zuletzt aufgerufen am 20.06.2020).

Klinke, H. (2017). Information Retrieval. In F. Jannidis, H. Kohle & M. Rehbein (Hrsg.), Digital Humanities: Eine Einführung (S. 268-278). Stuttgart: J. B. Metzler.

Scheuch, M. (2010). Historischer Atlas Deutschland: Vom Frankenreich bis zur Wiedervereinigung in Karten, Bildern und Texten (2. Aufl.). Augsburg: Weltbild.

Sleumer, A. (2015). Kirchenlateinisches Wörterbuch (6. Nachdruck). Hildesheim/Zürich/New York: Georg Olms.

ABBILDUNGEN

Abbildung 1: Wikipedia-Artikel zu Pius XII., einsehbar unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Pius_XII. (zuletzt aufgerufen am 23.05.2020).

Abbildung 2: Startseite der Pacelli-Edition, einsehbar unter: http://www.pacelli-edition.de/index.html (zuletzt aufgerufen am 30.05.2020).

Abbildung 3: Artikel „Vatikan öffnet Archiv zu Kriegspapst Pius“, einsehbar unter: https://www.dw.com/de/vatikan-%C3%B6ffnet-archiv-zu-kriegspapst-pius/a-47765235 (zuletzt aufgerufen am 20.06.2020).

Abbildung 4: Nuntiaturbericht Pacellis vom 09.11.1923, einsehbar unter: http://www.pacelli-edition.de/dokument.html?idno=3198 (zuletzt aufgerufen am 20.06.2020).

Abbildung 5: Nuntiaturbericht Pacellis vom 09.11.1923, einsehbar unter: http://www.pacelli-edition.de/dokument.html?idno=3198 (zuletzt aufgerufen am 20.06.2020).

Abbildung 6: Hörnschemeyer, 2009, S. 14.

Abbildung 7: Dokumente der Pacelli-Edition nach Archiven, einsehbar unter: http://www.pacelli-edition.de/dokumente-nach-archiven.html (zuletzt aufgerufen am 20.06.2020).

Abbildung 8: Dokumente der Pacelli-Edition nach Themen, einsehbar unter: http://www.pacelli-edition.de/dokumente-nach-themen.html (zuletzt aufgerufen am 20.06.2020).

Abbildung 9: Dokumente der Pacelli-Edition chronologisch geordnet, einsehbar unter: http://www.pacelli-edition.de/dokumente-chronologisch.html (zuletzt aufgerufen am 20.06.2020).

Beitragsbild: Startseite der Pacelli-Edition, einsehbar unter: http://www.pacelli-edition.de/index.html (zuletzt aufgerufen am 30.05.2020).

Discovering the manuscripts of the Coptic Old Testament

About the author

Daniela Forero-Nunez is a student at the University of Regensburg. She is studying for a bachelor’s degree in history and political science.

This entry was written as a work assignment for the tutorial Hands-on History: Historical Written Sources in the Digital Age in the summer term of 2020 at the University of Regensburg.

Digital Edition of the Coptic Old Testament

Description of the project and objectives

The Digital Edition of the Coptic Old Testament bases on an idea that has not been materialized until now. It is an innovative project that:

Digital Edition of the Coptic Old Testament.
  • collects and catalogs the Coptic-Sahidic manuscripts of the Old Testament in an online database
  • transcribes and analyzes the manuscript texts to create a digital edition of the Sahidic Old Testament
  • compares the textual tradition for a diplomatic and critical edition and translation of the Sahidic Old Testament
  • translates the Coptic text of the edition into English or German.

Taking into account that the totality of the manuscripts is no longer in Egypt but has been dispersed around museums and collections in Europe and North America, the project attempts to virtualize this vast amount of material – something that nobody has been able to make until today.

The manuscript collection

Since the project’s objectives are so broad, special attention is driven to the digitalization of the manuscript collection. This collection contains fragmentary manuscripts as well as rare well-preserved documents. Considering that some of them date from the V/VI century and, therefore, show an enormous degree of deterioration, the technique of multispectral imaging allows us to see the otherwise invisible or unreadable documents.

The lack of information hinders the retrieval of some details such as the exact date, language, or provenance. Nevertheless, some transcriptions are available in the original language and play an important role in decoding and understanding what is behind these fascinating materials.

Primary resources and historical background

By thoroughly studying the vast amount of material, the project enables not only academic staff but also interested users to explore the mysteries of the Coptic Bible and literature. For those who are already familiar with the subject, it allows to go deeper into the origins and development of the Coptic religion and even gather interesting information for the research on the textual history of the Bible. The manuscripts correspond to the Coptic-Sahidic Old Testament, which is passed down in different Coptic dialects. According to the Göttingen Academy of Sciences and Humanities, between the 3rd and 4th century the entire Old Testament was systematically translated into the Sahidic dialect of Coptic. As a result, Sahidic became the standard literary form of Coptic and remained the language of the literature and liturgy of the Egyptian Christians until the 12th century.

Project partners

This long-term project started in 2015 and is mainly carried out by the Göttingen Academy of Sciences and Humanities in cooperation with both national and international institutions. A complete overview of the project partners can be found here.

A broad collection of individual manuscript folios and fragments form the primary source material of the project. In close cooperation with the Institute for New Testament Textual Research (INTF) in Münster, which focuses on the Coptic versions of the New Testament, the project aims to virtually reconstruct the entire corpus of Coptic literature. In addition, this project offers scholars around the world, the chance to integrate and share their research results within a virtual research environment.

The publications of the team members, as well as a blog, serve as an example of the attempts of building a platform for academic exchange.

Functions of the project’s homepage

The project’s homepage offers different functions that allow a simple approach to the primary source material:

Access to the Workspace

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Here you find the image as well as a page transcription. By clicking at the bottoms, you can adjust the light, the contrast and activate the multispectral imaging. http://coptot.manuscriptroom.com/manuscript-workspace

 

Digitalization process

The digitalization process is briefly summarized in the following workflow:

The Coptic Old Testament in its classical Sahidic version will become gradually visible in the Virtual Manuscript Room (VMR). The final outcome of this digitalization project should be a complete translation based on the text of the edition (cf. From Fragments to Books 2020: 3).

The project announced the first issue of From Fragments to Books, the official newsletter of the Coptic Old Testament Project in February. Its publication takes place bi-annually in PDF format and attempts to offer reports and background information on the project and the edition of the Coptic-Sahidic Old Testament

Bibliography

Digital Edition of the Coptic Old Testament. URL: http://coptot.manuscriptroom.com/home (09.05.2020).

Göttingen Academy of Sciences and Humanities: Digital Edition and Translation of the Coptic-Sahidic Old Testament. URL: https://adw-goe.de/index.php?id=2&L=1 (09.05.2020).

Göttingen Academy of Sciences and Humanites: From Fragments to Books. The Newsletter of the academy project Complete Digital Edition and Translation of the Coptic Sahidic Old Testament, Göttingen Academy of Sciences and Humanities, 2020. URL: https://data.goettingen-research-online.de/dataset.xhtml?persistentId=doi:10.25625/TTKEVO (09.05.2020).

Register of illustrations

Digital Edition of the Coptic Old Testament. URL: http://coptot.manuscriptroom.com/ (09.05.2020).

Tecnique of multispectral imaging. URL: http://coptot.manuscriptroom.com/documents/32227/34096/LBL_Add.17183.f.031r_CompR14GPCAB8.jpg/a3e6c510-e3c2-48c8-a087-4e0b0d509361?t=1586009259063 (09.05.2020).

Digitalization process. URL: http://coptot.manuscriptroom.com/home (09.05.2020).

Manuscript. URL :http://coptot.manuscriptroom.com/documents/32227/34096/LBL_Add.17183.f.031r_lib.jpg/c79de513-bb8d-4316-83f3-2809e957535a?t=1586009275532

AutoThür – Autobiographische Lebensläufe aus Thüringen

Über den Autor

Leonhard Strobel ist Studierender der Universität Regensburg. Nach einem Bachelor of Arts in Geschichte und Informationswissenschaft, aktuell strebt er einen Abschluss im Masterstudiengang Europäische Gesellschaften im Wandel an der Universität Regensburg an.

Dieser Eintrag entstand als Arbeitsauftrag in der Übung Hands-on History: Historische Schriftquellen im digitalen Zeitalter im Sommersemester 2020 an der Universität Regensburg.

Digitale Edition von Thüringer Leichenpredigten

Spricht man in den Disziplinen der Geisteswissenschaften von Digitalisierung, wird diese zumeist instinktiv auf die Scans von Texten, Quellen, Archivalien und Bildern reduziert. Diese umfassen aber weit nicht das Potential, das eine digitale Edition mit den heute bestehenden Werkzeugen und Möglichkeiten leisten könnte. Gerade im Forschungsfeld der Digital Humanities entstehen immer mehr Projekte, die neben der einfachen Verfügbarmachungen der Quelle selbst, mehrere Wege – Transkription mittels OCR oder Informationsvisualierung – zur computergestützten Erfassung und Weiterverarbeitung bieten und somit auch neue Perspektiven und Forschungsfragen eröffnen. Ein solches Projekt ist „AutoThür“.

Entstehung und Inhalt des Projekts

Der Grundstein zur Erforschung von Personalschriften – Schriften zu Geburt, Hochzeit und Tod eines Menschen – wurde bereits 1976 an der Philipps-Universität Marburg gelegt. Die gegründete Forschungsstelle Personalschriften katalogisiert dementsprechend diesen biographischen Quellenbestand aus dem Zeitraum 1550 – 1750 (Witzel, 2013). Die digitale Edition „AutoThür“ umfasst zehn autobiographischen Lebensläufe aus Thüringer Leichenpredigten der Frühen Neuzeit und ist ein Pilotprojekt der Philipps-Universität Marburg. Sie verfolgt den Zweck die Quellen dahingehend auszuloten, wie sie sich im Internet so präsentieren und erschließen lassen, dass sie von der Forschung optimal genutzt werden können (Witzel, 2018). Im Jahr 2013 wurde schließlich die digitale Edition und mehrere Datenbanken bezüglich der Leichenpredigten unter den Namen „AutoThür“ online veröffentlicht und sind für die Nutzer frei zugänglich [Beschreibung Forschungsstelle] (17.05.2020). Da die Leichenpredigten außerhalb ihres zeitgenössischen Kontexts – den Funeraldrucken – dargestellt werden, soll das Projekt zur einer umfassenden Edition der Thüringer Funeraldrucke ausgebaut werden (Witzel, 2018).

Inhalt und Quellenwert

Ausschnitt eines Lebenslaufes

Die Leichenpredigten, die seit dem 17. Jahrhundert auch einen Lebenslauf des Verstorbenen beinhalten, erhalten ihren Quellenwert durch mehrere Aspekte. Einerseits war der Autor dazu gezwungen nur die markantesten und prägendsten Ereignisse seines Lebens anzugeben, da dieser Lebenslauf einen bestimmten Umfang nicht überschreiten durfte. Andererseits werden durch das autobiographische Charakteristikum persönliche Erfahrungen und Erwartungen sichtbar. Da die Selbstzeugnisse teilweise bereits zu Lebzeiten angefertigt wurden, nahmen die Autoren in manchen Fällen Überarbeitungen bzw. Ergänzungen vor, um ein präsentierbares Selbstbild darzustellen [Einleitung zur digitalen Edition] (17.05.2020). An Quellenwert bieten die Leichenpredigten nicht nur für sozialgeschichtliche Untersuchungen eine hervorragende Basis, sondern beispielsweise auch für Kunstgeschichte, Literaturgeschichte oder die Theologie. Es handelt sich als dabei um ein multi- und interdisziplinäres Quellenkonvolut, das zwar aktuell nur einen kleinen Ausschnitt online bietet, aber von ausgesprochenem Wert ist. [Quellenwert zur digitalen Edition] (17.05.2020).

Beteiligte des Projekts

Digitalisierungsprozess und implementierte Funktionen

„AutoThür“ beschränkt sich, im Vergleich zu einer „klassischen“ digitalen Edition, nicht nur auf den Scan des Originals, dem eine händischen Transkription beiliegt, sondern bedient sich auch einiger Werkzeuge der Digital Humanities. Die in den Texten der Leichenpredigten vorkommenden Personen, persönliche Daten, Orte und Namen werden mittels TEI (Text Encoding Initiative) ausgezeichnet. Dies bildet die Grundlage für die spätere Weiterverarbeitung der Daten. Die TEI-codierte XML-Datei kann zu jeder Leichenpredigt eingesehen werden. Ebenso ist der Quellenbestand mit einigen visuellen Tools erschlossen, die dem Nutzer der Edition mehrere Perspektiven zur Quelle bzw. zum Inhalt geben können. Die vorkommenden historischen Orte sind mit der geographischen Online-Datenbank verbunden, sofern sie identifiziert werden konnten. Somit kann man per Google-Maps-Ausschnitt die Person lokalisieren. Die in den Quellen erscheinenden Personen selbst sind mit ihren Namen mit der GND (Gemeinsamen Normdatei) verlinkt, womit steckbriefartig die Information zur Person einzusehen sind. Neben diesen zwei Registern kann der Nutzer der Edition über drei interaktive Zugänge auf die Quellen zugreifen: [Einleitung zur digitalen Edition] (17.05.2020)

Zeitleiste

Zeitleiste von Johann Georg Heinold
  • Im Text erwähnte Ereignisse werden angezeigt
  • Datierbare Lebensabschnitte kommen zur Darstellung
  • Navigation zur entsprechenden Quellenpassage via Klick auf Ereignis/Lebensabschnitt

Karte mit Lebensstationen

Lebensstationen von Georg Ulrich von Beulwitz
  • Markierung aller nachvollziehbaren Lebensstationen eines Autors
  • Klick auf Ortssymbol zeigt Ortsnamen und Quellenpassage an
  • Layer mit Lebensstation kann ausgeblendet werden

Personennetzwerk-Graph

Personennetzwerk von Johann Michael Andreä
  • Visualisierung aller genannten Personen
  • Untergliederung der Beziehungen in: Familie, Ausbildung, Beruf, Sonstige
  • Klick auf Personenknoten leitet zur jeweiligen Person im Personenregister und zur Quellenpassage weiter

Mögliche Nutzung der Daten

Beispielsweise für die Sozialgeschichte dürften diese Daten besonders aufschlussreich sein. Sie lassen soziale und wirtschaftliche Prozesse von mehreren Einzelpersonen ableiten und es werden zudem Strukturelemente einer historischen Gesellschaft sichtbar. Ebenso könnte die Genealogie vom Personennetzwerk profitieren, da familiäre Verbindungen explizit aufbereitet wurden.

Link zur digitalen Edition

http://www.personalschriften.de/leichenpredigten/digitale-editionen/autothuer.html

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis


TITEL DES DIGITALISIERUNGSPROJEKTES

Ihr Untertitel (H2) Farbe: #a33600

Text-Überschriften in H4

Sie können für jeden neuen Absatz einen neuen Block anfangen. Sie können Ihren Text auch erst in Word verfassen und per Copy-Paste einfügen. Achten Sie dabei auf die angegebene Formatierung der Überschriften.

Bitte lassen Sie diesen Beitrag als Vorlage für alle Teilnehmer*innen unverändert.